Neue Veröffentlichung der IQ Fachstelle Einwanderung und Integration: Ungleiche Bezahlung in Engpassberufen - Die unsichtbaren Grenzen von Herkunft und Geschlecht

Das Thema Entlohnung von Zugewanderten und Arbeitsmarktintegration ist auch in der neuen Förderrunde des Förderprogramm IQ – Integration durch Qualifizierung ein Schwerpunktthema der IQ Fachstelle Einwanderung und Integration. Im Anschluss an die Analyse "Der Migrant-Gender-Pay-Gap: Sind die Gehälter niedrig, trifft es alle" (Juli 2022) hat die Fachstelle in ihrem neuen Discussion Paper "Ungleiche Bezahlung in Engpassberufen: Die unsichtbaren Grenzen von Herkunft und Geschlecht" nun die Situation in den bundesweiten Engpassberufen näher betrachtet. Neben dem Anteil von Zugewanderten in den Top-10 Engpassberufen auf Fachkräfte-Anforderungsniveau wurde untersucht, ob in diesen ausgewählten Berufen strukturelle Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen und Personen mit und ohne deutsche Staatsangehörigkeit bestehen. Datengrundlage ist eine Erhebung aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland in den Top-10 Engpassberufen für den Zeitraum von 2016-2021. Eine Zusammenstellung von exemplarischen Entgelttransparenzgesetzen und -initiativen aus Deutschland und dem Ausland zeigt, wo und wie die bestehende strukturelle und intersektionelle Benachteiligung von Zugewanderten auf dem deutschen Arbeitsmarkt adressiert werden kann. Die Ergebnisse der Fachstelle sind:

  • Immer mehr Zugewanderte vor allem im Alter unter 35 Jahren arbeiten in Engpassberufen.
  • Es bestehen erhebliche Lohnungleichheiten zwischen deutschen und nicht-deutschen Staatsangehörigen sowie zwischen den Geschlechtern.
  • Aktuell für den Jobturbo der Bundesregierung für Geflüchtete relevant: Insbesondere Beschäftigte aus Asylherkunftsländern verdienen trotz vergleichbarer Qualifikationen und der Arbeit in Engpassberufen strukturell weniger als deutsche Staatsangehörige und die geschlechtsspezifischen Gehaltsunterschiede bleiben bestehen.
  • Interessanterweise zeigt sich, dass bei zugewanderten Fachkräften der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern vergleichsweise gering ist, während der Unterschied zu den Gehältern deutscher Staatsangehöriger groß ist und sich im Laufe der Zeit nicht verringert hat.

Die Analyse steht hier online und hier zum Download als PDF zur Verfügung.


Abonnieren Sie unseren Newsletter

Das Förderprogramm IQ – Integration durch Qualifizierung wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge administriert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Bundesagentur für Arbeit.